Schlafprobleme beim Baby

Ein- und Durchschlafstörungen erkennen

Grobag Babyschlafsäcke
© Sandy Schulze / Fotolia

Das Schlafbedürfnis von Neugeborenen unterscheidet sich von dem eines Erwachsenen. In den ersten zwölf Wochen verbringen die kleinen Erdenbürger etwa 16 bis 18 Stunden pro Tag mit Schlafen. Da sie noch nicht auf einen Tag-Nacht-Rhythmus eingestellt sind und oft gefüttert werden müssen, teilt sich der Schlaf in etwa sechs Intervalle auf. In den folgenden Monaten sinkt die Schlafdauer auf etwa 14 Stunden ab und das Kind beginnt, sich auf einen Tag-Nacht-Rhythmus einzustellen. Ist dies nicht der Fall, weil das Baby unter Schlafproblemen leidet, leiden meist auch die Eltern. Der lang anhaltende Schlafmangel durch die Schlafprobleme beim Baby belastet Gesundheit und Nerven ebenso wie die Sorge um das Wohlbefinden des Kindes. Daher ist es ratsam, Schlafproblemen auf den Grund zu gehen.

Schlafprobleme beim Baby – Welche Schlafprobleme kann es geben?

Die Gründe für Schlafprobleme beim Baby können vielfältig sein:

  • Schlafprobleme beim Zahnen: Wachsen die ersten Zähnchen, ist dies mitunter mit Schmerzen verbunden. Kommt das Kind nicht zur Ruhe und sind die Wangen oder das Zahnfleisch gerötet, leidet es vermutlich unter Zahnungsschmerzen. Trost und etwas Kühles helfen bei der Beruhigung.
  • Schlafprobleme bei Krankheit: Ist das Baby erkrankt, kann es aufgrund dessen unruhig schlafen. Bei Unsicherheit bezüglich des Schlafverhaltens empfiehlt es sich, das weitere Vorgehen mit der behandelnden Kinderärztin zu besprechen.
  • Schlafprobleme durch Überreizung: Auch ein Tag mit zu viel neuen oder zu starken Eindrücken kann es einem Kind schwer machen, zur Ruhe zu kommen. Wird es dann beim Einschlafritual ebenfalls starken Reizen ausgesetzt, fällt der Übergang zum Schlaf schwer.
  • Schlafprobleme bei familiären Schwierigkeiten: Gibt es Streitigkeiten innerhalb der Familie oder Bindungsprobleme zwischen Eltern und Kind, können Babys ebenfalls in ihrem Schlafverhalten gestört werden. Sie werden unruhig, wachen häufig auf und können sich nicht gut selbst beruhigen.
  • Schlafprobleme bei Trennung: Sind Babys es von klein auf gewöhnt, nur auf dem Arm einzuschlafen oder im Familienbett zu liegen, können Veränderungen zu Schlafproblemen führen. Mitunter kann das Kind ohne Kontakt zu Mutter oder Vater gar nicht mehr alleine einschlafen.
  • Schlafprobleme durch äußere Faktoren: Auch äußere Faktoren wie Lärm, zu starkes Licht, schlechte Luft oder unangenehme Temperaturverhältnisse können die Schlafqualität des Nachwuchses negativ beeinflussen. Hier lässt sich relativ leicht Abhilfe schaffen, in dem das Baby in einem kühlen (16-18 Grad Celsius), gut gelüfteten Raum zur Ruhe gebettet wird. Dieser sollte ruhig und dunkel sein. Die passende Schlafumgebung ist für den gesunden Schlaf des Babys enorm wichtig.
  • Schlafprobleme durch Regulationsstörungen: Auch Babys sind zu einem gewissen Grad fähig, sich selbst zu beruhigen und bauen diese Fähigkeit schnell weiter aus. Hat das Kind allerdings Regulationsstörungen und kann Erregungszustände gar nicht oder nur unter großem Aufwand der Eltern bewältigen, ist fachliche Hilfe angemessen. Meist haben diese Kinder auch Probleme bei der Nahrungsaufnahme und Schreien sehr viel.

Wann liegt eine Schlafstörung vor?

Nicht jedes Schlafproblem ist gleich eine Schlafstörung. Viele Faktoren gehen mit spezifischen Begleitumständen einher und sind zeitlich begrenzt. Hat ein Kind allerdings Probleme einzuschlafen und benötigt mehr als eine halbe Stunde und ein aufwendiges Einschlafritual der Eltern sprechen Fachkräfte von einer Einschlafstörung.

Eine Durchschlafstörung liegt vor, wenn das Kind ab der 24. Woche immer noch mehr als drei Mal pro Nacht an vier Nächten oder mehr aufwacht und zum Einschlafen die Hilfe der Eltern benötigt und trotzdem ungefähr 20 Minuten oder länger wach ist.

Achtung: Jüngere Babys, die noch nicht auf den Tag-Nacht-Rhythmus eingestellt sind, wachen auch in der Nacht häufiger auf und haben andere Schlafintervalle. In diesem Fall liegt keine Durchschlafstörung vor.

Wie kann man dem Kind helfen, besser zu schlafen?

Für den Nachwuchs ist es hilfreich, wenn er früh an eine gute Schlafroutine gewöhnt wird. Nach den ersten sechs Wochen sollte er auch auf einen Tag-Nacht-Rhythmus eingestellt werden. Zudem sollte eine angemessene und einladende Schlafumgebung geschaffen werden, in der das Baby sich wohlfühlt. Auch sollten Eltern bedenken, dass das Schlafbedürfnis sich von Kind zu Kind unterscheiden kann und einige Babys einfach weniger Schlaf brauchen.

Wichtig: Wer über einen längeren Zeitraum Probleme hat und Schlafprobleme beim Baby vermutet, sollte sich nicht scheuen, fachliche Hilfe zu suchen.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*