Wenn das Baby ständig schreit

Schreibabys sanft beruhigen

Wenn das Baby ständig schreit
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Ein Neugeborenes artikuliert seine Bedürfnisse unter anderem über das Schreien und Weinen, da ihm noch keine Sprache zur Verfügung steht. Gerade die ersten Wochen nach der Geburt sind für den kleinen Erdenbürger extrem anstrengend. Schließlich muss er sich in einer völlig neuen Umgebung mit fremden Reizen zurechtfinden. Dem Kind stehen noch nicht in ausreichendem Maße Regulationsmechanismen zur Verfügung, weshalb es Hilfe von außen benötigt, um sich zu beruhigen. Bei den frischgebackenen Eltern erzeugt Schreien häufig Stress und ist nur schwer als Ausdruck von Kommunikation zu verstehen. Als Reaktionen folgen Panik, Gereiztheit oder Hilflosigkeit. Diese Gefühle können mitunter zu vermehrten Schreien beim Kind führen. Doch was kann man tun, wenn das Baby ständig schreit?

Wann wird von einem Schreibaby gesprochen?

In der Regel wird von einem Schreibaby gesprochen, wenn das Kind ab der sechsten Lebenswoche folgende Symptome zeigt:

  • Es schreit mehr als drei Stunden pro Tag
  • an mehr als drei Tagen pro Woche
  • seit mehr als drei Wochen

Laut dieser Definition sind etwa 10 Prozent aller Säuglinge in diesem Alter als Schreibaby zu klassifizieren.

Wenn das Baby ständig schreit – Ursachen für das Schreien

Schreien und Weinen in einem normalen Maß ist wie gesagt eine Form des Ausdrucks, den Babys in diesem Alter verwenden müssen, um mit ihrer Umwelt zu kommunizieren. Die Schreiattacken eines Schreibabys treten häufiger und länger auf. Eine oder mehrere Ursachen konnten von der Forschung noch nicht explizit festgestellt werden. Auffällig ist, dass Schreibabys vermehrt in Raucherhaushalten zu finden sind.

Auch Schmerzen wurden als mögliche Ursache untersucht. Drei-Monats-Koliken sollen allerdings nicht der Grund für das Schreien sein. Osteopathen vermuten wenn das Baby ständig schreit mitunter einen Zusammenhang mit dem Kiss-Syndrom. Die Kopfgelenk-induzierte Symmetrie-Störung führt laut ihnen zu Fehlhaltungen und Verhaltensstörungen, die durch eine Behandlung behoben werden können.

Oft ist das Schreien multifaktoriell bedingt, weshalb eine ärztliche Begleitung durchaus sinnvoll ist. Ist sichergestellt, dass das Kind keine körperlichen Beschwerden hat, die das Schreien hervorrufen, kann überprüft werden, ob Unruhe in der Umgebung und ständige Reizüberflutung das Kind überfordern. Auch Verunsicherungen oder Schwierigkeiten beim Erlernen der Selbstregulation können hier ursächlich sein und dazu führen, dass das Baby ständig schreit.

Was kann man tun, wenn das Baby ständig schreit?

Eltern wünschen sich, dass es ihrem Nachwuchs gut geht. Bei Schreibabys sehen sich viele Eltern einer unlösbaren Aufgabe gegenüber und fühlen eine große Verunsicherung und Hilflosigkeit. Dabei können sie einiges dafür tun, um ihrem Kleinen bei der Selbstregulation zu helfen und eine Umgebung zu schaffen, die den Übergang in die neue Welt erleichtert:

Unruhige Neugeborene sprechen häufig sehr gut auf das Pucken an. Im Fachhandel gibt es Pucktücher oder auch spezielle Pucksäcke. Durch das Pucken fällt es vielen Babys leichter, sich selbst zu beruhigen und auch für längere Zeit in diesem Zustand zu verbleiben. Wenn das Baby ständig schreit, ist das Pucken also zumindest einen Versuch wert. Besonders sinnvoll ist es, wenn das Baby noch sehr klein ist. Viele Mütter entscheiden sich sogar bereits während der Schwangerschaft für das Pucken des späteren Neugeborenen. Ein Pucksack wird dann bereits vor Geburt des Kindes angeschafft. Dies macht Sinn, da das Baby sich dann nicht umgewöhnen muss. Schließlich ist es die Enge aus dem Mutterleib gewöhnt und wird sich somit vermutlich im Pucksack besonders wohl fühlen.

Eine wohltuende Schlafumgebung, absolut rauchfrei, angenehm temperiert auf 16 bis 18 Grad Celsius und frei von störenden Geräuschen und Lichtquellen, erleichtert den Kleinen das Einschlafen und Durchschlafen. Nachts schreien Babys auch häufig, weil ihnen zu kalt ist. Achte daher darauf, dass dein Baby den Schlafzimmertemperaturen entsprechend angezogen ist. Im Winter macht ein kuscheliger Winterschlafsack Sinn. Prüfe gegebenenfalls einige Nächte lang die Temperatur deines Kindes in dessen Nacken. Fühlt sich dieser kühl an, solltest du dein Baby in den nächsten Nächten etwas dicker anziehen.

Achtung: Es ist jedoch wichtig, das Baby niemals zu dick einzupacken. Denn wenn dem Baby zu warm wird, erhöht sich das Risiko des plötzlichen Kindstods.

Generell sollten die Eltern darauf achten, eine feste Tagesstruktur mit ausreichend Pausen und Ruhephasen zu etablieren. So erhält das Baby Chancen zur Entspannung. Es nützt also nicht, von einem Babykurs zum nächsten zu hetzen. Besonders für Neugeborene und sehr kleine Babys ist das meist einfach noch zu viel.

Hat das Kind einen Schreikrampf, kann sanfter Körperkontakt beruhigend wirken. Auch das Lockern der verspannten Muskeln durch sanfte Massagegriffe kann zur Entspannung des Babys beitragen. Summen oder Singen mit tiefer Stimme wird ebenfalls empfohlen, da es Ruhe vermittelt. Ein langsamer, tiefer Atemrhythmus kann dem Kind als Orientierung dienen. Diese Verhaltensweisen erfordern von den Bezugspersonen viel Selbstbeherrschung. Wichtig ist daher auch, dass die Eltern ihre eigenen Grenzen respektieren.

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Professionelle Hilfe von Fachkräften

Dem ständigen Schreien des eigenen Kindes über einen langen Zeitraum ausgeliefert zu sein, kann bei den betroffenen Eltern zu Übermüdung, Hilflosigkeit und Verzweiflung, aber auch Wut und Trauer führen. Bemerken Eltern, dass die Belastung so groß wird, dass die Bindung zwischen Kind und Eltern leidet oder die persönliche Belastungsgrenze überschritten wird, ist der Besuch einer Schreiambulanz eine gute Lösung.

Hier werden sie von Fachpersonal betreut und können lernen, mit dieser fordernden Situation besser umzugehen. Neben dem natürlichen Fokus auf das Kind sollten Eltern in so einer Situation nämlich nicht übersehen, dass das Stressniveau extrem steigen kann, wenn das Baby ständig schreit. Somit kann ein Teufelskreis entstehen. Nämlich wenn die Eltern immer gereizter und verzweifelter auf das Kind reagieren und dieses dadurch immer mehr schreit. Um gut für das eigene Kind sorgen zu können, muss auch die eigene seelische und körperliche Verfassung stimmen. Durch die Arbeit mit Fachkräften kann die Belastung minimiert werden.

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