Schlafen im Familienbett – So kann man Nachteile vermeiden

Familienbett und seine Vor- und Nachteile

Schlafen im Familienbett
Bild von Stephanie Pratt auf Pixabay

Das Schlafen im Familienbett ist keine Seltenheit. Auch wenn es viele Eltern vielleicht ungern zugeben, die meisten Kleinkinder kommen nachts mehr oder weniger regelmäßig zu Mama und Papa ins Bett. Und auch Babys und Neugeborene werden des ruhigeren Nachtschlafs wegen sehr häufig ins Elternbett geholt. Das ist auch gar kein Problem, sofern es okay für alle Anwesenden ist und einige klare Regeln gesetzt werden.

Schlafen im Familienbett? Bei Mama und Papa ist es doch am schönsten

Leicht taumelnd schlurft Maja durch den Flur. Ihre Bettdecke zieht sie dabei hinter sich her wie eine Schleppe. Die Augen klein, das Gähnen groß, das Ziel gesetzt. Mit dem Eintreten ins elterliche Schlafzimmer ist es an der Zeit, die Waffe zu zücken. Mit der Taschenlampe leuchtet sie unbarmherzig ins Gesicht ihres Vaters. Überrascht blinzelnd wird er wach. Ein Einbrecher? Ein Dieb? Mit so zerzausten Haaren? Noch bevor Papa alle Sinne beisammen hat, ist Maja schon abgetaucht und schiebt sich unter der Decke langsam vorwärts. Ihr Platz: genau in der Mitte, zwischen Mama, Papa, ihrer Wärme und Liebe.

So wie Maja zieht es viele Kinder in das Bett ihrer Eltern. Schon als Säugling wurden sie von ihrer Mutter mit in das eigene Bett gelegt. Historisch betrachtet ist das Schlafen im Familienbett völlig normal, um Energie zu sparen und Sicherheit zu gewährleisten. Selbst bei den reicheren Familien schliefen die Ammen häufig bei den Kindern. Getrennte Schlafzimmer sind eine Erfindung der Neuzeit. Trotzdem ist das Schlafen im Familienbett ein Thema, das immer wieder Diskussionen auslöst. Skeptiker warnen davor, Kinder zu sehr zu verwöhnen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass sie nicht alleine schlafen wollen. Handelt es sich um Kinder im Säuglingsalter, haben Eltern nicht selten Angst davor, sich im Schlaf auf ihr Kind zu legen.

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Was ist Vorurteil und was ist eine berechtigte Sorge? Vor allem: Welche Hilfestellungen sind möglich?

Tatsächlich erscheinen immer mehr Studien, die die Vorurteile des Familienbetts belegen.

Beispielsweise sorgen die Atemgeräusche der Eltern bei Kindern für einen regelmäßigeren Atem- Rhythmus.

Bei Säuglingen sind Atemaussetzer von bis zu zehn Sekunden nämlich völlig normal, weil der eigene Atemantrieb noch in der Entwicklung steckt. Den Eltern beim Atmen zuzuhören, kann diese Entwicklung unterstützen.

Schlafen im Familienbett – Nahrung, Wärme und Schutz im Familienbett

Außerdem verlangen Stillkinder beim Schlafen im Familienbett häufiger nach der Brust. Das mag den Schlaf der Mutter auf der einen Seite zwar verkürzen, doch auch dieses Verhalten unterstützt meist die schnelle Entwicklung des Kindes. Viele Frauen, die mit dem Kind gemeinsam im Bett schlafen, beschreiben es zudem als angenehm, nicht ständig aufstehen zu müssen und es beruhigt sie, eventuelle Warnsignale des Babys schneller wahrnehmen zu können. Sie beschreiben eine Stärkung der Mutter-Kind- Bindung.

Wer Angst davor hat, sich auf das Kind zu rollen, sollte bedenken, dass das eher unwahrscheinlich ist. Man rollt sich ja nachts auch nicht aus dem Bett oder auf den nebenanliegenden Partner. Doch um auf Nummer sicher zu gehen, kann man über ein Beistellbett nachdenken. Hier hat euer Baby genügend Platz für sich und ist trotzdem nah bei euch.

Egal ob im Baby- oder im Familienbett: umso leerer, umso besser. In den ersten Monaten können sich Kinder nicht selbst aus Notlagen befreien. Kissen, Tücher und Kuscheltiere sind Gefahrenpunkte und können für Überhitzung sorgen. Babyschlafsäcke sind daher eine schöne Option. Damit die Bettdecke der Eltern nicht zu hoch rutscht, sollte das Baby beim Schlafen im Familienbett etwa auf Kopfhöhe der Erwachsenen schlafen. Dann ist auch ein Hinaufrollen unwahrscheinlich.

Es gibt natürlich auch weitere allgemeine Regeln: Raucher sollten auf Familienbetten verzichten und Tiere sollten auch ihr eigenes Reich haben. Außerdem muss das Bett groß genug für alle sein. Eine Raumtemperatur von 16-18 Grad ist optimal. Besonders wichtig: vor allem, wer ein Neugeborenes oder kleines Baby mit ins Bett nimmt, sollte auf Alkohol verzichten.

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​Ab wann sollte ich mein Kind nicht mehr im Familienbett schlafen lassen?

Meist durchleben Kinder spätestens in der Pubertät einen deutlichen Ablösungsprozess und das Schlafen im Familienbett ist dann selbstverständlich kein Thema mehr. Doch keine Sorge, schon viel früher grenzen sie sich ganz natürlich immer mehr von ihren Eltern ab und verspüren zwischen dem ersten und vierten Lebensjahr das Bedürfnis, überwiegend im eigenen Zimmer zu schlafen. Das ist allerdings von Kind zu Kind verschieden. Einige Kinder verlassen sehr früh das Familienbett, andere brauchen länger. Irgendwann ist es aber bei jedem Kind so weit. Und zurück bleibt meist ein oder auch zwei Elternteile, denen zumindest die ersten Nächte ohne die gewohnte Nähe zum Kind fehlen.

Kinder, die Nähe erfahren, bauen ein Urvertrauen auf, das ihren Mut und den Willen zur Eigenständigkeit unterstützt. Lasst euch nicht von urteilenden Eltern oder Großeltern im Umfeld beeinflussen, wenn ihr euch mit eurem und dem Schlafverhalten der Kinder wohl fühlt.

Wie kann ich meinem Kind beibringen, im eigenen Bett zu schlafen?

Aber was, wenn man Ruhe im eigene Bett vermisst und z.B. das Intimleben leidet? Oder wenn man doch beunruhigt ist, weil das Kind im hohen Alter zu oft das Familienbett aufsucht? In jedem Fall ist es ratsam, dann langsam mit der Entwöhnung anzufangen. Dementsprechend rechtzeitig sollte man den Gedanken ins Auge fassen.

Zu aller erst solltest du deinem Kind klar machen, dass du immer in der Nähe bist. Etwa ab dem zweiten Lebensjahr  verstehen Kinder, dass Dinge weiter existieren, auch, wenn sie gerade nicht zu sehen sind. Teste doch mal, ob dein Kind alleine einschlafen kann. Nach einer Gute-Nacht-Geschichte kannst du sagen, dass du dir noch kurz einen Tee machst, aber gleich zurück kommst. Möglich, dass dein Kind dann schon schläft.

Apropos Gute-Nacht-Geschichte und Tee: Einschlafrituale können eine große Hilfe sein. Beispiele:

  • Schlaflieder singen
  • Schlaf-Lichter einschalten, die das Zimmer in gemütliches Licht hüllen und Dunkelheit verbannen
  • Über die Geschehnisse des Tages reden
  • Ein Kuscheltier aussuchen oder gemeinsam ins Bett bringen
  • Hörspiele und -bücher

Aber fasse immer auch die Möglichkeit ins Auge, eine Ausnahme zu machen, wenn dein Kind gerade eine Phase durchlebt, in der es nach Zuwendung sucht oder z.B. wenn es krank ist. Vertraue darauf, dass es sich hierbei nur um Phasen handelt.

Und jetzt: Gute Nacht!

Letzte Aktualisierung am 12.12.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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